Gedicht des Monats

Der Januar

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege,
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald,
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege,
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

Die Amseln darben und die Kraehen frieren,
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben,
Die Welt ist schwarz und weiss und ohne Farben
und waer so gerne gelb und gruen und rot.

Umringt von Kindern wie ein Rattenfaenger
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger,
Man sagt, die Tage werden wieder laenger,
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Die Wolken bringen Schnee aus fremden Laendern
Und niemand haelt sie auf und fordert Zoll.
Silvester hoerte man’s auf allen Sendern,
Dass sich auch unterm Himmel manches aendern
Und – ausser uns – viel besser werden soll.

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege,
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es traeumt vom Frieden – oder traeumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege,
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

© Erich Kästner

Wozu Psychotherapie? Teil3

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Meine Arbeitsweise

Meine Grundausrichtung ist die tiefenpsychologische Psychotherapie. Dies ist ein eher abstrakter Begriff, ähnlich wie der Verhaltenstherapie, die ich hier gerne etwas erläutern möchte. Das geht für mich am leichtesten mit einem Beispiel. Dem möchte ich aber noch vorwegnehmen, dass ich keine Wertung in die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie lege. Jede Richtung hat absolut ihre Berechtigung.

Ein Mensch hat Angst vor Spinnen. Wenn man stark vereinfacht nach der Verhaltenstherapie behandelt, würde man den Menschen Schritt für Schritt an die Spinne heranführen (Konfrontationstherapie). Bis man es im idealen Fall schafft, die Angst dadurch vollkommen zu nehmen.

Die Tiefenpsychologie versucht herauszufinden, warum der Mensch Angst vor Spinnen hat. Woher die Angst kommt, was ihre Basis ist und wozu sie eventuell dient. Diese Behandlung zielt darauf eine Schwierigkeit dauerhaft zu lösen. An den Kern zu kommen und dabei sich besser zu verstehen.
In meiner Arbeit ist es mir wichtig, nicht nur die schwierige Situation zu lösen, sondern auch bewusst zu verstehen, warum die Situation entstanden ist und wie man sie beim nächsten Mal selber lösen oder vermeiden kann.

In der heutigen Behandlung aber, kann man es gar nicht mehr so strikt trennen. So fragen natürlich auch Verhaltenstherapeuten nach Sinn und Wurzel eines Problems, sowie ein tiefenpsychologischer Therapeut akut daran arbeitet, das Problem erstmal zu lösen um sich dann im zweiten Schritt dem Woher, Wozu  und den Mustern zuzuwenden.

Sollten Sie Fragen zu meiner Arbeit haben, können Sie mich gerne kontaktieren. Alle dazu erforderlichen Daten finden Sie auf  meiner Homepage: www.praxis-reinemer.de

Mehr auf: www.praxis-reinemer.de

Wozu Psychotherapie? Teil2

zu Teil 1

Teil 2

Auf der Suche nach einem passenden Therapeuten

In Teil 1 meines Artikels habe ich versucht, eine grobe Einführung zu dem Thema Psychotherapie zu geben. Was folgt aber, nach der Entscheidung einen Therapeuten aufzusuchen? Hier sind einige wichtige Punkte zu beachten, die ich im Folgenden besprechen möchte.

Wann benötige ich Hilfe?

Dies ist eine nicht leicht zu beantwortende Frage. Studien zeigen aber, dass Hilfe oft zu spät angenommen wird. Grundsätzlich ist zu sagen, dass eine therapeutische Auseinandersetzung angezeigt ist, wenn es schwer fällt, sich auf die alltäglichen Dinge zu konzentrieren. Wenn man merkt, dass einen gewisse Gedanken nicht mehr loslassen. Wenn man sich müde fühlt, und merkt, dass Erholung und Schlaf nicht helfen, wieder fit zu sein. Wenn man sich länger traurig und antriebslos fühlt.

Aber auch, wenn man merkt, dass man gewisse Themen in seinem Leben gerne aufarbeiten und sortieren möchte. Wenn einen gewisse Fragen zur Familie beschäftigen.

Auch als Orientierungs- und Entscheidungshilfe kann ein therapeutischer Prozess hilfreich sein.

Welche Richtung der Therapie liegt mir und auf was muss ich achten?

Es gibt zahlreiche therapeutische Ausrichtungen. Gestalttherapie, Kunsttherapie, Analytische Psychotherapie, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie uvm. Ich zähle diese Gruppen nicht auf, um das Thema komplizierter zu machen, sondern um zu zeigen, dass es hier zahlreiche Optionen gibt.

Meiner Meinung ist es aber am wichtigsten, sich mit dem Therapeuten auseinanderzusetzen:

  • Ist das ein Mensch, dem ich alles anvertrauen mag?
  • Ist mir ein Mann oder eine Frau lieber?
  • Sind die Praxisräume so, dass ich mich wohlfühlen und fallenlassen kann?

Ein seriöser Therapeut bietet meist ein kostenfreies Vorgespräch an, in dem man seine derzeitigen Schwierigkeiten ansprechen und gemeinsam beleuchten kann, ob die angebotene Arbeitsweise die Passende für einen ist. Bei einem Vorgespräch sollte man durchaus den Therapeuten Fragen zu seiner Ausbildung, Orientierung und Arbeitsweise stellen.

In meiner Arbeit achte ich sehr darauf, die momentanen Schwierigkeiten gemeinsam zu lösen und Wege aus der Situation zu finden. Durch meine tiefenpsychologische Ausbildung ist es mir aber wichtig, auf Muster und Dynamiken zu achten. Hierzu ist es auch erforderlich in die Vergangenheit zu blicken. Dies sollte aber nicht „bohrend“ geschehen, sondern mit dem entsprechenden Feingefühl.

Mir ist es jedoch wichtig, die aktuellen Schwierigkeiten zeitnah in den Griff zu bekommen um wieder voll am Leben teilzunehmen. In einem zweiten Schritt kann dann tiefer geschaut werden. In Teil 3 werde ich mehr Einblick in meine Arbeitsweise geben.

Mehr auf: www.praxis-reinemer.de

Wozu Psychotherapie? Teil1

Teil 1

Annäherung und Erklärung des Wortes „Psychotherapie“

Der Ursprung des Wortes Psychotherapie kommt aus dem Griechischen. So bedeutet Psyche Atem oder Seele und Therapie soviel wie pflegen, sich sorgen. In diesem Sinne sollte auch die Psychotherapie verstanden werden. Sich um die Seele sorgen, die eigene Seele pflegen.

Nun weiß ich auch, dass bei dieser Erklärung die Gefahr besteht, schnell in eine esoterische Ecke abzudriften. Meiner Meinung sollte es doch in unserer modernen Gesellschaft möglich sein, dass wir Menschen davon ausgehen können eine Seele zu besitzen. Auch diese Psyche/Seele benötigt Zuwendung und Aufmerksamkeit. Wenn sie krank wird, benötigt sie auch Fürsorge, wie der Körper.

So ist es uns meist ein Leichtes, bei körperlichen Beschwerden einen Experten für das Körperliche aufzusuchen. Ein Physiotherapeut, Osteopath, Arzt usw.

Aber bei einer uns schwierigen seelischen Situation oder Beschwerde wird doch zu oft noch gedacht: „Ich bin schwach, wenn ich das nicht selber wieder schaffe!“, oder: „ich bin doch nicht verrückt oder habe einen Dachschaden, ganz sicher gehe ich zu keinem Seelenklempner!“. Von außen hört man dann: „stell Dich doch nicht so an, mir geht es auch manchmal nicht gut.

Das Tabu der Psychotherapie

Diese Tabuisierung erlebe ich häufig in meiner Arbeit. Mir ist es ein Anliegen, dieses Tabu ein wenig zu brechen.

Es ist doch einleuchtend, wenn man das Prinzip versteht, dass die Seele ein Äquivalent zum Körper ist. Ich glaube, es muss noch klarer werden, dass die Psyche genau die gleiche Aufmerksamkeit und das gleiche Bewusstsein benötigt wie unser Körper.

Niemand schämt sich oder hat Angst, wenn er ein körperliches Leiden hat (Kopfschmerzen, Knieprobleme, gebrochener Arm usw.). Menschen mit seelischen Leiden warten oft zu lange bis sie sich professionelle Hilfe suchen.

Wenn sie diesen Schritt dann aber wagen, wird es Ihnen auch nicht leicht gemacht. Die Suche nach dem passenden Therapeuten gestaltet sich oft schwer und langwierig. Dieses Thema werde ich im Rahmen dieses Artikels in Tei 2 und 3 ausführlich besprechen.

Es geht ja schon soweit, dass sich Menschen, die sich ihrer Psyche in einem therapeutischen Rahmen zuwenden möchten, dies geheim machen müssen, da die Behandlung folgenreich sein kann. Kann doch eine Therapie bei Beamten die Karriere bedrohen (siehe: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/tabu-psychotherapie-wenn-seelenlast-die-karriere-bremst-a-662197.html). Kann es doch auch sein, dass Bekannte und Freunde sich abwenden, wenn sie erfahren, dass ein Freund eine Therapie macht. Diesem Phänomen möchte ich mich gerne in einem nächsten Blog-Artikel tiefenpsychologisch zuwenden. Ist dies doch eine spannende Frage und Dynamik.

Weitere Informationen auf meiner Homepage: www.praxis-reinemer.de

Warum Märchen nicht nur für Kinder sind und was bei einem Märchenseminar passiert!

 Warum Märchen als Erwachsener?

Geschichten begleiten und prägen uns wie unsere Familie, unsere Freunde und unsere täglichen Aufgaben. Sie sind damit Teil unserer ureigenen Lebensgeschichte.

Märchen, die uns bewegen und uns in ihre ganz eigene Welt mitziehen, sagen somit etwas über uns und unsere momentane Situation aus. So zum Beispiel über unsere Wünsche, unsere Sehnsüchte oder darüber, in welche Welt wir uns gerne flüchten würden.

Tiefe Erfahrungen aus der Kindheit können bei Erwachsenen angesprochen und Werte sowie alte Vorstellungen aktiviert werden. Sie werden daran erinnert, dass auch sie einmal ans Wünschen und an Zauberwelten geglaubt haben.

Märchen sind für Kinder und Erwachsene echte Ratgeber und Geschichten die zur Identifikation anregen.

Was passiert bei einem Märchenseminar? 

Bei meinen Märchenseminaren setzen wir uns jeweils mit einem Märchen auseinander und erleben es auf verschiedenen Ebenen: Der emotionalen, der geistig rationalen und der Erlebnisebene. Das Seminar beginnt mit dem Hören des Märchen-Textes. Nach einem ausgewählten Musikstück wird das Märchen vorgelesen. Im Anschluss folgt ein weiteres Musikstück, um den Teilnehmern noch mehr Zeit zu geben, das Märchen auf sich wirken zu lassen. Die Teilnehmer malen darauf ein Bild der Szene, die sie am meisten bewegt hat. Hier geht es nicht um den künstlerischen Ausdruck, sondern um die Möglichkeit, die bei jedem Teilnehmer entstandenen inneren Bilder darzustellen. Unter den Teilnehmern erfolgt ein kurzer Austausch über die  von ihnen erstellten Bilder.

Nach einer Mittagspause folgt die Besprechung und Interpretation der im Text enthaltenen Symbolen und Motiven. Somit wird nach der emotionalen inneren Ebene, die geistig rationale Ebene angesprochen.

Als Abschluss des Seminars kommt die Erlebnisebene in Form eines Rollenspiels dazu. Durch das Nachspielen einer Szene des Märchens durchleben die Teilnehmer die Geschichte.  Die Erfahrung mit dem Märchen wird dadurch abgerundet.

Was habe ich davon, teilzunehmen?

Teilnehmer der Märchenseminare haben die Möglichkeit in die Welt der Märchen ein- und abzutauchen. Es kann für den einen oder anderen auch konkrete Hilfestellung für ein aktuelles Thema bieten.

Sollten Sie des weiteren Fragen zum Ablauf, Inhalt oder sonstigen haben, können Sie mich gerne telefonisch oder per Email kontaktieren.

Mehr unter: www.praxis-reinemer.de

Was habe ich davon auf meine Träume zu achten?

Mit dieser Frage bin ich des Öfteren konfrontiert. Im Gespräch wundere ich mich oft, wie doch die Träume der Nacht scheinbar für viele Menschen nicht zu ihrem „realen“ Leben gehören.
So als ob der Traum von jemand anderem in der Nacht geträumt worden wäre. So banal dies klingt, ist es mir wichtig, die Aufmerksamkeit zu stärken, dass es sich um wertvolles Material handelt.

Warum also diese Inhalt nicht für sich nutzen?

Es gibt nun aber auch die Stimmen, die ganz gewiss Ihre Berechtigung haben, dass Träume nicht bearbeitet werden müssen, sondern verarbeitend wirken wenn wir sie träumen.Nun erlebe ich im Gegensatz dazu, wie wertvoll und gewinnbringend die Auseinandersetzung mit den Träumen ist. Wichtig ist hierbei jedoch, dass die individuelle Geschichte des Menschen im Vordergrund steht. So reicht es meiner Erfahrung nach nicht aus, das Internet zu öffnen und nach seinem Traumsymbol zu googeln, bzw. den Traum in eine Traumdeutungsseite im Internet einzugeben und auf die Deutung zu warten. Hierbei geht die gesamte Fülle und die eigene Arbeit am Traum verloren. Ist doch genau dieses das Wertbringende.
Kann doch ein Stuhl, der in einem Traum eine wichtige Stellung einnimmt, viele Bedeutungen haben. Gibt man „den Stuhl“ in eine Traumdeutungsseite ein, kommt folgendes Ergebnis: „Stuhl symbolisiert allgemein die soziale Stellung und das Ansehen bei anderen. Oft weist er auch auf das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung hin, die man derzeit in der Hektik des eigenen Lebens nicht findet “.

Was geht dabei verloren?

Kann doch der Stuhl, wenn man sich ihn genau beschreiben lässt, der väterliche Stuhl sein; kann es doch der Stuhl sein, auf dem man saß, als man eine schlechte Nachricht bekam; kann es der Stuhl sein, dessen Design einen inspiriert; kann es der Stuhl sein, der einem gefühlsmäßig Ruhe und Geborgenheit schenkt, und vieles mehr.
Diese gesamten Aspekte gehen durch die „triviale Symbolik“ verloren.
Im zweiten Schritt, nach der individuellen Auseinandersetzung, kann man, wenn dies kein Ergebnis hervorbrachte, auf die Suche nach der kollektiven Bedeutung eines Symbols gehen.
Das wäre im oberen Beispiel, einen Platz zu haben. Wäre der Stuhl leer, evtl. keinen Platz in der Familie oder der Welt zu haben. Es kann auch kollektiv die Bedeutung haben, seinen Platz in der Welt zu finden oder einzunehmen…..

Es braucht hierzu den Träumenden um in der Bearbeitung zu spüren, wo der Weg der Deutung hinführt.
Träume vermitteln somit auch ein Gefühl der Seelenstimmung in einem Menschen.

Mehr, auch zu meinem therapeutischen Ansatz: http://praxis-reinemer.de/traumarbeit